Medizintechnik – innovativ und wachstumsstark

31/03/2011
Kathrin Cuomo-Sachsse
FASMED, Media and Public Relations
Swisscam Magazine 64
http://www.swisscam.com.br/edition-64-focus-health.html

Über 3700 Unternehmen sind in der Schweiz in der Medizintechnik tätig. Die Branche erzeugt rund 10‘000 unterschiedliche Produktfamilien, über 48‘000 Vollzeitstellen, eine Bruttowertschöpfung von über 11 Milliarden und ein Exportvolumen von gegen 10 Milliarden Schweizer Franken.


Kaum ein anderes Land in Europa weist eine so hohe Dichte an Medizintechnik-Unternehmen auf wie die Schweiz. 3720 hauptsächlich kleine und mittelständische Betriebe, aber auch grössere, weltweit tätige Medtech-Firmen wie Synthes, Ypsomed oder Sonova sind in dieser Branche tätig. Daneben behaupten sich Produktionsbetriebe sowie Niederlassungen internationaler Konzerne wie Medtronic, Johnson&Johnson oder Zimmer. Das Spektrum umfasst rund 10‘000 unterschiedliche Produktfamilien und wird angeführt von Prothesen und Implantaten. Dazu zählen auch Verbrauchsgüter wie zum Beispiel Spritzen, textiles Verbandsmaterial oder High-Tech-Produkte wie Geräte der Bildgebenden Diagnostik, Hörgeräte und Herzschrittmacher. Ebenfalls zum Angebot gehören Rollstühle und andere technische Alltagshilfen wie spezielle Einrichtungsgegenstände für Arztpraxen und Spitäler.

Von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Vertrieb der Produkte bildet die Medizintechnik die komplette Wertschöpfungskette ab. Ursprünglich aus der Uhren- und Präzisionsindustrie kommend, bildet die Branche heute eine Schnittstelle zur Elektronik, zur Maschinenindustrie, zur Pharma sowie zur Biotechnologie. Sie kombiniert akademisches Wissen mit technischen Know-how und handwerklichem Geschick. Vom Orthopädie- über den Dentaltechniker bis zum Hörgeräteakustiker gehen daraus immer mehr hoch qualifizierte Spezialisten und neue Berufe hervor.

Bevorzugter Forschungsstandort

Das hohe Bildungs- und Forschungsniveau in der Schweiz begünstigt die Innovationskraft der Branche. Viele Schweizer Medtech-Firmen unterhalten eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Internationale Konzerne wie Medtronic und Zimmer haben die Schweiz als ihren bevorzugten F&E-Standort gewählt. Insgesamt investieren Unternehmen der Medizintechnik in der Schweiz jährlich mehrere Hundert Millionen Schweizer Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Anteil der Medizintechnik ist damit bedeutend höher als derjenige aus der Maschinen- und Elektronik-Industrie. Und laut dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum melden Schweizer Unternehmen jährlich über 1200 medizintechnische Erfindungen im In- und Ausland zum Patent an.

Unter diesen wie auch den steuerlich optimalen Bedingungen schafft die Medizintechnik attraktive Arbeitsplätze in modernster Umgebung: Mit über 48‘000 Vollzeitstellen hält die Schweiz einen Anteil von rund 10 Prozent an allen Medtech-Beschäftigten in Europa und nimmt hier (zusammen mit Irland) eine Spitzenposition ein. Im Vergleich zur Schweizer Gesamtwirtschaft hat sich der Medtech-Beschäftigungsbeitrag in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark entwickelt. Wichtigste Arbeitgeber innerhalb der Branche sind mit einem Anteil von rund 60 Prozent die Hersteller. Sie haben selbst in Zeiten der Stagnation neue Stellen geschaffen. Mit einem Umsatz von 22.9 Milliarden Schweizer Franken hat die Medtech-Branche 2008 eine Bruttowertschöpfung von 11.1 Milliarden Schweizer Franken erzeugt. Ihr Anteil am Schweizer Bruttoinlandprodukt beträgt mittlerweile 2 Prozent und ist in etwa vergleichbar mit demjenigen der Pharmaindustrie.

Das Umsatzwachstum der Medizintechnik in der Schweiz ist zur Hauptsache durch den Export getrieben. So hat sich das Volumen von 2001 bis 2008 um 109 Prozent auf 9.6
Milliarden Franken erhöht. Dabei erwirtschaften die Hersteller gut 90 Prozent ihrer Umsätze über die Ausfuhren. Mittlerweile trägt die Medtech-Branche beachtliche 5 Prozent zu den Schweizer Warenexporten und 3,2 Prozent zu den Gesamtexporten bei. Dieser Anteil ist deutlich höher als ihr direkter Beitrag zum Bruttoinlandprodukt und damit ein weiteres Zeichen für die internationale Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Medizintechnik. Nur noch Deutschland und Irland haben in Europa einen ähnlich grossen Exportüberschuss bei den medizinischen Produkten.

International führend

Wegen ihrer hohen Innovationskraft, Qualität und Präzision sind die medizinischen Produkte aus der Schweiz im Ausland sehr gefragt. Bei den Implantaten, Hörgeräten, diagnostischen Messgeräten und Laborinstrumenten sowie bei den Systemen minimalinvasiver Chirurgie sind Schweizer Medtech-Unternehmen international führend. Deutschland und die USA rangieren als Absatzmärkte an vorderster Stelle. Aber auch die Golfstaaten, Indien, Kanada und Brasilien - als grösster Markt für die Medizintechnik auf dem südamerikanischen Kontinent - gewinnen immer mehr an Bedeutung.
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Der Dachverband der Schweizerischen Medizintechnik vertritt die Interessen
seiner über 240 Mitglieder. FASMED setzt sich für attraktive
Rahmenbedingungen gegenüber den inländischen Behörden, Spitälern, Ärzten
sowie Krankenkassen ein. Zu den Leistungen gehören:

• Information und Beratung der Mitglieder in wirtschaftspolitischen
und juristischen Fragen
• Weiterbildungen und Image-Kampagnen
• Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit u.a. zu den
Vergütungssystemen von medizinischen Leistungen

 

 

 

Date : 2011-04-11 18:48:44